Keine soziale Hängematte

P1010142An der Hauptversammlung der FDP Ortspartei Au/Heerbrugg zeigte Thomas Pfeifer, Leiter der Sozialen Dienste eindrücklich auf, dass Menschen, die auf Sozialhilfe angewiesen sind, kein Luxusleben führen können. Sämtliche Traktanden wurden diskussionslos genehmigt. 
AU-HEERBRUGG Der neue Vorstand hat im vergangen Jahr bewiesen, dass er gut zusammenarbeitet und mit Judith Pizzingrilli von einer initiativen Präsidentin geführt wird. 
Sie betonte in ihrem Jahresbericht, dass der überraschende Rücktritt von Gemeindepräsident Stefan Suter, damit verbunden die Suche nach einer neuen Person für das Gemeindepräsidium, ein gerütteltes Mass an Arbeit brachte. Unzählige Stunden hätten Hanspeter Stäheli und die Präsidentin zusammen mit den Delegationen von CVP und SVP Anforderungsprofile bearbeitet, Bewerbungen gesichtet und mit Kandidierenden Gespräche geführt. „Das Resultat ist bekannt, unser Kandidat unterlag deutlich. Wir hoffen, dass der neue Präsident die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen kann“, unterstrich die Vorsitzende. Mit Standaktionen an der Auer Kilbi und am Heerbrugger Herbstmarkt wurde das Gespräch mit der Bevölkerung gesucht und für die Spitalvorlagen geworben. Das Abstimmungsresultat war an Deutlichkeit nicht mehr zu schlagen. Der Aufwand hat sich also gelohnt, freute sich die Präsidentin. 
Die gut besuchte Besichtigung der Firma Biodenta in Berneck, ein Grillabend im Oberfahr, bei dem Hanspeter Scherrer Tipps für ein gutes Gelingen gab, und der Besuch der Kerzenfabrik Hongler boten Gelegenheit die Geselligkeit zu pflegen. Die Anlässe wurden von der Ortspartei Berneck organisiert. 
Schweiz-Eu: wie weiter
Diese Frage stand im Zentrum der kantonalen Toggenburger Tagung. Staatssekretär Yves Rossier, Schweizer Chefunterhändler in Brüssel zeigte die laufenden Prozesse auf,  nach dem Ja zur Masseneinwanderungsinitiative. Er verschwieg nicht, dass sich das Verhandlungsklima nach dieser Abstimmung abgekühlt habe. Für das laufende Jahr steht am 10. März der Besuch der Session im Bundeshaus Bern vor der Türe. Am 06. Juli verspricht die Betriebsbesichtigung von pro Verde in Rebstein ein tolles Programm.
Die Jahresrechnung 2014 schliesst mit Mehrausgaben von 868 Franken ab. Diese resultieren aus den Kosten für den Wahlflyer für die Ergänzungswahl in die GPK der Primarschulgemeinde. Der Jahresbeitrag bleibt unverändert bei Fr. 50.- für Einzelmitglieder und Fr. 70.- für Ehepaare. 
Kein Wohlfühlprogramm
Thomas Pfeifer gab den Versammelten Einblick in die Tätigkeit der Sozialen Dienste Au und beantwortete Fragen. Er wies darauf hin, dass es auf dem Gemeindegebiet sehr schwierig sei günstigen Wohnraum zu finden. Für eine dreiköpfige Familie dürfe der Mietzins nicht höher als 1200 Franken sein. Der Grundbedarf, also Nahrung, Telefon, Radio- TV Gebühren, Kleidung, Wasch- Putzmittel, Kosmetika, Zeitungsabo würden für drei Personen mit 1818 Franken vergütet. „Eine dreiköpfige Familie, welche mit 3018 Franken pro Monat auskommen muss, kann wahrlich kein Luxusleben führen, unterstrich Pfeife. Er betonte, dass die Armut bekämpft werden müsse und nicht die Armen. Als Gründe für die Abhängigkeit von der Sozialhilfe nannte er Krankheit, Arbeitslosigkeit, Scheidung, Suchtprobleme, Alleinerziehende, Working Poor. 30 Prozent der Sozialhilfe Bezüger in Au sind Jugendliche. Im Jahr 2014 waren 216 Personen in der Sozial-und oder Sucht Beratung. Pfeifer wünscht sich einen respektvollen und menschlichen Umgang mit Menschen, die auf Hilfe der öffentlichen Hand angewiesen sind. (pd)

Bildlegi:

Aufmerksame Zuhörer an der HV der FDP Ortspartei Au/Heerbrugg. (Foto pd)